Installation eines Amateurfunkmast auf dem Gebäude A5 der Westfälischen Hochschule am Standort Gelsenkirchen

Zuerst war die Idee von einer Antenne auf dem Dach der Westfälischen Hochschule ca.im Jahr 2007.
Hiermit könnte man die bis dahin theoretisch vermittelten Inhalte der Kommunikationstechnik auch am praktischen Beispiel des Amateurfunks
demonstrieren und auch im weiteren ließen sich damit ggf. Projekt- und Abschlussarbeiten realisieren.

Nach Gesprächen mit dem Gebäudemanagment und dem Kanzler der Hochschule kristallisierten sich dann auch neben den Einschränkungen
die eventuellen Möglichkeiten der Gestaltung des Projektes heraus.
Dies begründete dann auch die mehreren Iterationen von möglichen Anlagen, bis dann die nun jetzt installierte Version der Anlage heraus gearbeitet wurde.

Nachdem der Gebäudeeigner zugestimmt hat, wurde ein Lastenheft mit den Anforderungen erstellt und danach die Statik des Antennenmasten unter
Berücksichtigung der anfallenden Windlast errechnet.
Mit diesen Ergebnissen konnte nun der Hausstatiker den Standort auf dem Dach und die Befestigung festlegen.
Hierdurch wurde ein zusätzlicher Lastverteilrahmen, der die anfallenden Kräfte an bestimmten Punkten in die Struktur des Gebäudes  einleitet, notwendig.
Der ursprünglich gewünschte Standort direkt über dem Labor konnte so leider nicht realisiert werden, so dass eine Solaranlage auf das Dach eines
anderen Gebäudes umziehen musste.
Das ganze Verfahren, einschließlich der Beantragung und Verausgabung der finanziellen Mittel, dauerete somit mehrere Jahre. 
Allleine die Herrstellung des Masten und des Lastverteilrahmens benötigte ungefähr ein Jahr.

Umso mehr waren wir dann erfreut, dass die Mastinstalation am 07.10.2019 perfekt und professionell über die Bühne lief.

Jetzt fehlen nur noch ein paar Kleinteile, Kabelkanäle und die Elektrifizierung, um die ganze Anlage fertig zu stellen und von der
Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen "QRV" (empfangsbereit) zu werden.

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Das Installationfeld wurde frei geräumt.                                       Der Kran wird auf gestellt.
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Die Wolken ziehen sich zurück :-)                                               Der Lastverteilrahmen an seinem späteren Installationsort
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Die Einzelteile werden hoch gehoben.                                   Die Kettenführung für den Antennenschlitten im Lastverteilrahmen.
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Die Elemente werden zusammen gebaut                                   Und so sieht das Ganze nun fertig aus.
Ein gelungenes Werk des Mastherstellers Eurotruss, des Stahlbauunternehmens Jakobs in Witten
und dem Team des Dachdeckers und Kranführers Ernst, die hier perfekt zusammen gearbeitet haben.


0 IMG 20191011 144429 k Die Kurzwellenantenne TB7S der Fa. Titanex noch im Labor, 
aber bereits genauestens vermessen, um hieraus ein Simulationsmodell zur Berechnung der elektromagnetischen Felder
vornehmen zu können.
Diese Antenne kann später auf 7 Bändern mit nur 4 Elementen betrieben werden! Es stehen die Bänder
40m = 7,000MHz - 7,200MHz,
30m = 10,100 - 10,150 MHz, 
20m = 14,000 - 14,350MHz,
17m = 18,068 - 18,168MHz,
15m = 21,000 - 21,450MHz, 
12m,= 24,880 - 24,980 MHz und
10m = 28,000 - 29,700 MHz zur Verfügung.

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Der Bau der Kreuz-Yagi-Antenne für die Wellenlänge 70cm (430-440MHz)                Und so sieht sie fertig aus.
0 IMG 20191011 161132 k Ein Blick in Ausbreitungsrichtung.
Sie wird später auf einem drehbaren Querrohr installiert, mit dem der Elevationswinkel einstellbar ist und somit Himmelsobjekte, wie z.B. Satelliten,
Mond Meteoritenschauer usw. angepeilt werden können.

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Nun folgt der Bau der Kreuz-Yagi-Antenne für die Wellenlänge 2m (144 - 146MHz)                Fertig gebaut und 
0 IMG 20191011 165626 k in Ausbreitungsrichtung geblickt.
Diese Antenne wird ebenfalls, wie die 70cm Antenne, auf dem horizontalen Querrohr montiert und ermöglicht
wahlweise horizontale, vertikale, linksdrehende oder rechtsdrehende zirkulare Polarisationsrichtung. 
0 IMG 20191014 131744 k Ganz oben auf der Mastspitze folgt ein vertikal polariserter Rundstrahler für die Wellenlängenbereiche 
2m = 144 - 146MHz,
70cm = 430 - 440MHz und
23cm = 1240 - 1300MHz

Damit sind insgesamt 10 der Amateurfunkbereiche für's erste abgedeckt und verwendbar.

Eine weitere Antenne für den 13cm Bereich = 2320 - 2450MHz liegt auch schon fertig im Labor. Ursprünglich gar nicht geplant,
aber dann durch den Anfang 2018 gestarteten und installierten ersten geostationären Satelliten QO-100 sehr interessant 
gewordenen Bereich der Weltraumkommunikaton.

 

Dipl.-Ing. (FH) Oliver Gießelmann